Kindergarten Wawa Munakuy in Peru

Im Jahr 2000 gründeten Julio Herrera und Lucy Terrazas das Q‘ewar Projekt, das heute ca. 30 Frauen in Andahuaylillas einen festen Arbeitsplatz bietet. In Handarbeit werden hier Spielzeugpuppen aus Naturmaterialien hergestellt, die an Einzelpersonen und Firmen auf der ganzen Welt verkauft werden. Die Puppen ermöglichen damit den Frauen und dem Projekt ein Einkommen. So wird die Bereitschaft, in die Slums der Großstädte abzuwandern, gemindert und das Verantwortungsgefühl und Selbstvertrauen der Frauen gestärkt.

Seit 2006 gibt es den Wawa Munakuy Waldorf-Kindergarten, in dem 14 Kinder aus dem Ort betreut werden. Die Kinder sind zwischen drei und fünf Jahren alt. Die ausgebildeten Erzieherinnen arbeiten mit Unterstützung von Freiwilligen. Einige Kinder sprechen ausschließlich Qechua und haben nur im Kindergarten die Möglichkeit, Spanisch zu lernen.

Sie möchten ein Kind in dem Kindergarten mit einer Patenschaft untersützen?

Die Patenschaft ist für den Zeitraum des Kindergartenbesuches gedacht. Dieser beläuft sich  in der Regel auf drei Jahre. Eine Patenschaft kann bei Bedarf jederzeit ohne Kündigungsfrist beendet werden. Wir bitten um rechtzeitige Information, damit wir Ausgleich schaffen und einen neuen Paten/eine neue Patin suchen können.
Das Vertrauen, das aus langjähriger Zusammenarbeit gewachsen ist, und die Wahrnehmung des Engagements der Erzieherinnen und Erzieher ist Grundlage unserer Kooperation.

Die Patenschaft kostet 31 Euro im Monat. Darin enthalten sind Gelder für den Unterhalt des Kindergartens, Bastel- und Malmaterialien und Lebensmittel für das Frühstück und andere Aktivitäten. Sie erhalten mindestens zweimal jährlich Post vom Kindergarten Wawa Munakuy. Sie können mitverfolgen, wie sich das Kind entwickelt. Nach vorheriger Abstimmung ist auch ein Besuch vor Ort möglich. Bei den Vorbereitungen dazu sind wir gerne behilflich.

Jeder Pate/Jede Patin erhält mindestens einmal im Jahr einen persönlichen Brief des Patenkindes mit selbstgemaltem Bild und einem Foto. Der Brief wird von der Erzieherin verfasst und ist in Spanisch geschrieben (eine Übersetzung durch uns ist kostenlos möglich, wir bitten um einen Hinweis).

Einmal pro Jahr gibt es einen Kindergartenbericht, durch den Sie die Entwicklung des Kindergartens innerhalb eines Jahres mitverfolgen können.

Briefe an die Kinder können Sie kostenlos über uns leiten, das macht die Zustellung sicherer.

Der Kindergarten finanziert sich über den Puppenverkauf sowie Spendengelder, so dass auch die ärmsten Familien ihren Kindern diese Erziehung ermöglichen können. Die Eltern leisten einen Beitrag in Form von Lebensmittelspenden oder übernehmen zum Beispiel Reinigungsaufgaben.
Der wöchentliche Ablauf ist fest strukturiert, was den Kindern ein stabiles Umfeld für die individuelle Entwicklung bietet. Die täglichen Aktivitäten beinhalten eine für die Kinder erfassbare Nachhaltigkeit. So wird z.B. montags Brot für die ganze Woche gebacken und dienstags Gartenarbeit im Außenbereich geleistet, wozu die Ernte von Früchten und die Bewässerung der Pflanzen zählen.
Die Kreativität der Kinder wird neben dem Modellieren mit Wachs und Handarbeit durch die Musikstunde donnerstags gefördert, für die ein professioneller Musiklehrer engagiert ist. Entsprechend der Waldorfpädagogik werden wiederkehrende Handlungen der Kinder durch themenbezogene Lieder begleitet.

Die Erzieherinnen treffen sich wöchentlich gemeinsam mit dem Musiklehrer und der Direktorin im Rahmen einer Konferenz. Es werden Lieder zu den Aktivitäten geübt sowie durch fachliche Lektüre das Verständnis für die Waldorfpädagogik und die Entwicklung des Kindes vertieft.
Die Erzieherinnen nehmen außerdem in den Ferien an Fortbildungen in Waldorf-Pädagogik in Cusco teil.

Das Dorf Andahuayhillas in Peru
Die Republik Peru liegt im Westen Südamerikas. Von den 33 Millionen EinwohnerInnen wohnt fast ein Drittel in der Hauptstadt Lima, in deren Randregionen sich aufgrund der Landflucht große Slumsiedlungen gebildet haben. 30 Prozent der Menschen in Peru leben unter der Armutsgrenze. Peru hat einen großen Anteil indigener Bevölkerung, ca. 25% bezeichnen sich selbst als Indigen. Neben Spanisch werden auch die indigenen Sprachen Quechua und Aymara gesprochen. Das kleine Dorf Andahuaylillas liegt etwa eine Stunde von der Provinzhauptstadt Cusco entfernt auf 3.100 Metern in den zentralen Hochanden im sogenannten Heiligen Tal.

Ein Tag im Kindergarten
Um 8:00 Uhr morgens öffnet der Kindergarten seine Türen. Die Kinder geben ihre mitgebrachten Früchte ab und dürfen zu Beginn frei spielen. In dieser Zeit wird das Frühstück vorbereitet, wobei die Kinder beim Kartoffeln pellen, Obst schneiden oder Getreide mahlen helfen dürfen.

Um 9:00 Uhr wird aufgeräumt und ein Kreis gebildet für den „Reigen“, bei dem die Sonne, die Erde und alle Kinder begrüßt werden. Mit kleinen Liedchen wird in den Tag gestartet. Es folgt die tagesbezogene Aktivität; im Anschluss wird gefrühstückt. Die Kinder trocknen selbst ihr Geschirr ab und putzen sich die Zähne, bevor es dann in den Außenbereich zum freien Spiel geht.

Um 12:30 Uhr wird der Außenbereich aufgeräumt, die Kinder waschen sich Gesicht und Hände und sie werden gekämmt. Als Abschluss wird ein Märchen erzählt und es gibt für jedes Kind ein selbstgebackenes Brötchen.

Um 13:00 Uhr werden die Kinder von ihren Eltern abgeholt.

 

Bei Wawa Munakuy sind derzeit alle Patenschaften vergeben. Gerne vermitteln wir Ihnen eine Patenschaft an einer unserer anderen Partnerschulen in Afrika, Asien und Lateinamerika. Sprechen Sie uns an! Mehr Informationen erhalten Sie auch unter Patenschaften.